Welche Anforderungen stellt die EN 17272 an die Raumdesinfektion?
Die Europäische Norm EN 17272 stellt spezifische und strenge Anforderungen an Verfahren zur luftübertragenen (automatisierten) Raumdesinfektion, wie sie beispielsweise durch Vernebelung oder Fogging durchgeführt wird.
Hier sind die wesentlichen Anforderungen und Merkmale dieser Norm zusammengefasst:
- Praxisnahe Beurteilung: Die EN 17272 ist die erste praxisnahe Norm, die speziell zur Beurteilung der Eignung eines Desinfektionsmittels für die luftübertragene Raumdesinfektion entwickelt wurde. Sie schließt damit eine Lücke, in der früher oft ungeeignete Labortests (wie reine Suspensionstests) als Wirksamkeitsnachweis herangezogen wurden.
- Objektive Wirksamkeitsprüfung: Sie ermöglicht eine objektive Beurteilung von Desinfektionssystemen. Dabei ist entscheidend, dass das System die Norm nicht nur gegen einzelne Keime, sondern gegen ein breites Spektrum üblicher Testkeime erfüllt.
- Spezifische Testorganismen: Für die Erfüllung der Norm müssen nachweislich Bakterien wie s. aureus, e. hirae, e.coli, p.aeruginosa und a. baumannii unter hoher organischer Belastung abgetötet werden.
- Nicht-mechanische Desinfektion: Die Norm bezieht sich auf nicht-mechanische Verfahren, also solche, bei denen die Desinfektion ohne manuelles Wischen oder Scheuern erfolgt.
- Einwirkzeiten: Die Norm definiert Anforderungen an die Einwirkzeit. Während herkömmliche Mittel (wie Wasserstoffperoxid) oft 24 Stunden oder länger benötigen, erfüllt das in den Quellen genannte Produkt Fog-It™ Plus die Anforderungen der EN 17272 bereits mit einer kurzen Einwirkzeit von 15 Minuten.
Zusammenfassend gilt die EN 17272 derzeit als die strengste Norm für die Raumdesinfektion, da sie sicherstellt, dass ein System in der realen Raumumgebung lückenlos und gegen alle relevanten Mikroorganismen wirksam ist.